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17. Wofür eine Gute Moral

1- Weil unsere Religion neben der Anbetung Allahs auch den zwischenmenschlichen Beziehungen eine große Bedeutung beimisst. Zudem können Menschen, die keine ethischen und moralischen Werte besitzen, ihre Religion nicht vollständig ausleben.
2- Weil unser Prophet die schönste Moralvorstellung hatte. Um in das Paradies zu gelangen, sollte man sich mit Seiner Moral ausstatten. Allah erwähnt im Koran, dass der Prophet das beste Beispiel für alle Gläubigen ist. In einem anderen Vers sagt Allah „Und wahrlich, Du bist sicherlich (ein) hoch moralischer Mensch“. Wenn man sich dieses Werteverständnis von unserem Propheten als Beispiel nimmt, ist es möglich, so zu leben, wie er lebte.
3- Denn ein gläubiger Moslem kann mit gutem moralischem Handeln auf die Ebene von Menschen aufsteigen, welche sich im Gottesdienst sehr vertieft haben. Diese Angelegenheit beschreibt unser Prophet (Friede und Segen sei auf ihm) in einem seiner Hadithe wie folgt: „Zweifellos kann ein Gläubiger mit einer guten Moral den Grad der (viel) Betenden und Fastenden erreichen.“ Dies darf aber nicht missverstanden werden. Die Gottesanbetung ist in der Hinsicht, dass sie unsere Dienerschaft gegenüber Allah darstellt, von großer Bedeutung. Genauso sollte ein gläubiger Muslim, der viel unter Menschen ist, darauf achten, dass er sich in zwischenmenschlichen Beziehungen angemessen verhält. Wenn er sich so verhält, oder mit anderen Worten gesagt, eine gute Moral vertritt, wird sein Gottesdienst als vollkommen und vollständig erfüllt sein.
4- Weil moralisch gutes Handeln den Muslimen ermöglicht, in das Paradies zu kommen. Als der Gesandte Allahs nach den Taten gefragt wurde, die die meisten Menschen ins Paradies bringen, sagte er: „Die Furcht vor Allah und gutes moralisches Handeln.“ Dies zeigt, wie wichtig eine gute Moral neben der Anbetung Allahs ist und dass sie eine Eigenschaft ist, welche den Menschen den Himmel beschert.
5- Des Weiteren zeigt gutes moralisches Handeln, dass der Glaube an Allah ausgereift und vollkommen ist. Unser Prophet spricht von zwei Charaktereigenschaften, die ein gläubiger Muslim nicht besitzen sollte. Diese sind: Geiz und schlechte Moral. Wiederum sagt der Prophet, dass die besten Gläubigen in Bezug auf den Glauben diejenigen sind, die moralisch am besten handeln und die beste Moralvorstellung besitzen.
6- Alleine der Besitz einer guten Moral wird bei Allah als Gottesdienst akzeptiert. Mit anderen Worten ist gutes moralisches Handeln eine Anbetung Allahs. Weil der Prophet gesagt hat, dass die einfachste Anbetung, ohne müde zu werden, darin besteht, keine leeren Worte zu reden und eine gute Moral zu haben.
7- Weil der Besitz eines guten Charakters ein Anzeichen dafür ist, dass man Allah (swt) und seinen Gesandten liebt. Der folgende Hadith beleuchtet diese Tatsache ganz offensichtlich: „Diejenigen, die mir am Tag des Jüngsten Gerichts am nächsten stehen werden, sind die, die den besten Charakter/Moral besitzen.“
8- Weil der gute Charakter die Sünden wegschmelzen lässt, genauso, wie die Sonne den Frost verschmelzen lässt. Des Weiteren sagt unser Prophet, dass schlechte Moral die guten Taten verderben wird, so wie Essig den Honig verdirbt.

Die Moral unseres Propheten

Unser Prophet (Friede und Segen sei mit Ihm) ist der leuchtende Wegweiser, der der ganzen Menschheit den Weg zu Allah und zum ewigen Glück zeigte. Er ist der Diener Allahs, bei dessen Anblick man sich direkt an Allah erinnerte. Unser Prophet (Friede und Segen sei mit Ihm), der bei jedem Zustand und jedem Auftreten etwas Schönes und Eigenes hatte, vertritt den schönsten Charakter, da er mit guten moralischen Werten und einem wunderbaren Charakter die Menschen um sich zum Erstaunen brachte.
Der Koran beschreibt unseren Propheten als den Menschen mit der besten Moral und das beste Beispiel. Er vertritt so schöne moralische Werte, dass sie für uns Muslime ein Licht auf unserem eigenen Weg sind, wenn wir versuchen, uns genauso zu benehmen. Durch Aneignen derselben Charakterzüge wird Ordnung und Disziplin in unser Leben kommen.
Es ist unsere größte Pflicht, unseren Mitmenschen über unseren Propheten zu berichten. Denn wenn die Menschheit diesen Sultan kennenlernt, Ihn als Vorbild nimmt und versucht, den Weg zu gehen, den er gegangen ist, dann wird sie folglich die wahre Menschlichkeit erreichen.
Der Prophetengefährte Anas ibn Malik, der viel Zeit mit unserem Propheten verbrachte erklärte: „Ich stand im Dienst des Propheten, Allahs Segen und Heil auf ihm, zehn Jahre lang, während derer er zu mir weder „pfui” noch „warum hast das gemacht?” noch „hättest du es lieber so gemacht!” gesagt hat.“ Denn er war, laut den Aussagen von Anas ibn Malik, der Mensch mit dem schönsten Charakter. Des Weiteren besteht der Weg, Allah (swt) und Seinen Propheten (saws) zu lieben und diese Liebe zu steigern, darin, sie kennenzulernen. Im Vers 13 der Sure An-Nisa heißt es: „Dies sind die Richtlinien Allahs. Und denjenigen, der Allah und Seinem Gesandten gehorcht, führt Er in Gärten ein, durch die Bäche fließen; darin sollen sie ewig weilen; und das ist die große Glückseligkeit.“

Das Mitgefühl und die Barmherzigkeit des Propheten (saw)

Die Güte und die Barmherzigkeit gegenüber Kindern
Die Güte ist das Gefühl des Mitleids und der Barmherzigkeit gegenüber den von Allah geschaffenen Geschöpfen. Die Barmherzigkeit ähnelt dem Gefühl der Güte und beinhaltet das Mitleid, das Behüten, den Schutz, die Liebe und das Helfen. Es ist das Mitgefühl, das einen Menschen antreibt, Gutes zu tun und anderen zu helfen. Unser Prophet (Friede und Segen sei mit ihm) zeigte allen Lebewesen sein Mitgefühl. Das beste Beispiel ist seine Art gegenüber Kindern. Denn seine Liebe zu ihnen war etwas ganz Besonderes. Wenn er ein Kind sah, füllte sich das gesegnete Gesicht unseres Propheten (Friede und Segen sei mit ihm) mit Freude und Lächeln. Er nahm sie in den Arm, umarmte sie, strich über ihre Haare und zeigte seine Liebe ihnen gegenüber.
Weiterhin begrüßte er jedes Kind, das er sah und fragte, wie es ihm gehe. Wenn er auf einem Kamel oder Pferd war, ließ er die Kinder ebenfalls drauf und brachte sie dorthin, wo die Kinder gerade hin wollten. Er sprach stets freundlich mit Kindern und unterhielt sich mit ihnen auf derselben Ebene und ihrem Verständnis entsprechend.
Eines Tages sah er einige Kinder, die miteinander ein Wettrennen machten. Dies bereitete unserem Propheten eine so große Freude, dass er mit rannte.
Gegenüber verwaisten Kindern hatte er eine ganz emotionale und barmherzige Bindung. Da er selber als Waise aufgewachsen ist, wusste er, wie schwierig und schmerzhaft es war, Waise zu sein. Aufgrund dieser engen Bindung zu Waisen, beschützte er sie ständig und bemühte sich um ihre Rechte, wenn ihnen Unrecht geschah.
Die Liebe unseres Propheten zu den Tieren
Abdullah b. Cafer (ra) erzählt: „Eines Tages trat der Prophet (Friede und Segen sei mit ihm) in den Garten eines Ansari, in dem sich ein abgemagertes Kamel befand. Als dieses Kamel unseren Propheten sah, flossen Tränen aus den Augen des Tieres. Daraufhin ging unser Prophet zum Tier und streichelte es, bis es zur Ruhe kam. Er blieb eine Weile und rief daraufhin sofort den Besitzer des Kamels. Unser Prophet verdeutlichte dem Besitzer, sich besser um das Tier zu kümmern.
Eines Tages kamen unser Propheten und die Gefährten von einer Reise zurück. Als einige Gefährten bei der Heimreise von ihrem Feldzug die Nestlinge eines Vogels aus dem Nest nehmen, um sie zu streicheln, kam der Muttervogel zurück und sah, dass die Vögel sich nicht im Nest befanden. Daher begann der Vogel kreischend hin und her zu flattern. Als der Prophet über die Sache informiert wurde, wurde er zornig und befahl, die Jungvögel in ihr Nest zurückzulegen.
Und ja, die Liebe und Barmherzigkeit unseres Propheten umfasste auch die Tiere.
Ibn Abbas erzählte: „Wir gingen einmal mit den Gesandten Allahs irgendwohin. Wir sahen eine Person, die ihr Schaf angebunden hatte, um es zu schlachten. Er schärfte direkt vor den Augen des Tieres sein Messer. Unser Prophet (Friede und Segen sei mit ihm) sagte zu dieser Person: „Willst du das Tier denn mehrmals umbringen?“

Die Eroberung Mekkas

Die Armee unseres Propheten umkreiste Mekka und baute sich ein Lager um Mekka herum auf. In der Nacht wurde den Soldaten befohlen, ein Feuer anzuzünden. Somit wurde die dunkle Stadt Mekka mit 10.000 Lichtern erhellt. Am nächsten Morgen wurde das Morgengebet verrichtet und Mekka angegriffen. Die Bewohner der Stadt waren vor der Stärke der Armee wie erstarrt gewesen. Unser Prophet Mohammed (Friede und Segen sei mit ihm) war auf seinem Kamel Kiswa. Er konnte in die Stadt Mekka, die von Allah als heilig erklärt wurde, nur mit Demut eintreten. Deswegen neigte er seinen Kopf so weit nach unten, dass seine Augenbrauen den Sattel berührten.
Das ungläubige Volk Mekkas wusste, was die Muslime in den vergangenen Jahren an Grausamkeit, Unterdrückung, Folter und Feindschaft durch sie erleiden mussten. Deswegen waren sie umso schockierter, als sie sahen, dass die Muslime sich nicht an ihnen rächen.
Um wirklich sicherzustellen, dass sie nicht für ihre Gräueltaten bestraft werden, gingen sie zum Tor der Kaaba, wo sich unser Prophet befand und die Götzenbilder entfernte. Sie waren aber leise und ängstlich ihm gegenüber. Unser Prophet wusste aber natürlich direkt, weswegen sie so ängstlich waren. Er sagte: „Unsere Situation ähnelt der Situation von Yusuf und seinen Brüdern. Ich sage zu euch, genauso wie er einmal sagte: “Heute gibt es keine Strafe für euch. Allah soll euch verzeihen. Denn Allah ist der Barmherzigste der Barmherzigen. Nun könnt ihr gehen. Ihr seid frei.““
Bis zum Abend hatten alle Mekkaner den Islam angenommen. Aber es gab auch Einwohner, die die Stadt verließen und davon liefen, als sie hörten, dass Mekka erobert wurde. Einige dieser Menschen sind Schwerverbrecher, die weder den Propheten Muhammed (Friede und Segen sei mit Ihm) richtig kannten, noch irgendeine Hoffnung hatten, dass irgendeiner von den Muslimen ihren Gräueltaten verzeihen würde. Einer von ihnen war der Mörder des Onkel des Propheten Muhammed (Friede und Segen sei mit Ihm) namens Vahshi. Nachdem Vahshi aber erfährt, wie liebevoll und barmherzig unser Prophet und der Islam sind, schickt er einen Brief an unseren Propheten und erbittet um Gnade und seine Konvertierung zum Islam.
„O Muhammed, du sagtest, wer einen Menschen umbringt, einen anderen Gott außer Allah anbetet oder Ehebruch begeht, dessen Strafe wird am Tag des jüngsten Gerichts härter. Zusätzlich wird er gequält und in Demütigung diese Strafe in Unendlichkeit erfahren. Und ich habe all diese Sünden begangen. Gibt es trotzdem einen Weg der Erlösung für mich?“. Obwohl unser Prophet dreimal wiederholte, dass es im Islam ihm einen Ausweg für ihn gibt, gab Vahshi sich nicht zufrieden. Bis dann der Vers 53 der Sure Zumer herabgesandt wurde: “Sprich: “O meine Diener, die ihr euch gegen eure eigenen Seelen vergangen habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; denn Allah vergibt alle Sünden; Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.“ „Jetzt habe ich es verstanden“, antwortete Vahshi. Daraufhin begibt er sich nach Mekka und nimmt den Islam an. Die Menschen in Mekka fragen unseren Propheten, ob diese Verkündung nur an Vahshi gerichtet ist oder für alle Menschen gilt. Unser Prophet antwortet mit: „Dies gilt für euch alle.“
Ein anderer Geflüchteter ist Safwan ibn Umayya, ein gewürdigter Mann der Kuraisch. Dieser sollte ein Attentat an dem Propheten Muhammad (Friede und Segen sei mit ihm) verüben, weil seine Verwandten in der Schlacht bei Badr getötet wurden. Dazu wurde er nach Medina geschickt. Der Prophet Muhammed (Friede und Segen sei mit ihm) schickt ihm Umayr ibn Vehb, der Safwan ibn Umayya überreden und nach Mekka einladen sollte. Umayr ibn Vehb, der anfangs selbst mal ein Attentat an unserem Propheten verüben wollte, bekam einen Turban von unserem Propheten, welcher bei der Übergabe an Safwan seine Unantastbarkeit versichern sollte, falls dieser nach Mekka zurückkäme. Schließlich vertraut Safwan unserem Propheten und kehrt nach Mekka zurück. Er fühlte sich anfangs aber noch nicht bereit Muslim zu werden. Er stellte sich vor unseren Propheten und bat um eine zweimonatige Bedenkzeit, um sich alles über den Islam nochmal gut zu überlegen. Unser Prophet (Friede und Segen sei mit ihm) gewährte ihm sogar vier Monate Zeit. Safwan aber trat schon zum Islam über, bevor die vier Monate vollendet waren.

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