Bediüzzaman, der rund 30 Jahre seines Lebens im Gefängnis und im Exil verbrachte, setzte alles daran, dass 6.000 Seiten umfassende Risale-i Nur Bücher unter diesen schwierigen Bedingungen zu vervollständigen, was ihm auch gelang. Ungefähr 1.500 mal wurde er von den Gerichten wegen der Risale-i Nur Bücher, dessen Autor er war, freigesprochen. In den Jahren des Exils und der Gefangenschaft wurde der Meister 19-mal vergiftet.
Üstad aus der Sicht seiner Schüler
„Allah, der Allmächtige, schenkte mir in Seiner Barmherzigkeit und Güte außerordentliche Geduld und Ausdauer, um die Risale-i Nur zu schützen, die auf meiner Hüfte und meinem Kopf lasteten, und die Würde, die Ehre und zum Schutz ihrer Anhänger, die auf meiner Seele und meinem Herzen lasteten.“
Er verbrachte eine große Lebenszeit in Gefängnissen und wurde ins Exil geschickt; dennoch sah er in allem das Gute und verwandelte sein Umfeld in eine Lehrschule (Nur Madrasa). Natürlich war das aus der Sicht seiner Gegner nichts, was man tolerieren oder auf die leichte Schulter nehmen konnte. Es war eine grausame Zeit. Das leiseste Klopfen eines Sicherheitsbeamten an der Tür erschreckte die Menschen, weil sie Angst hatten. Üstad war oft in derartigen Situationen und war der Tyrannei solcher Menschen ausgesetzt. Er hatte sich mit seinem Schicksal abgefunden, er blieb stets geduldig. Der Onkel von Herrn Ali Ulvi Kurucu, Hodja Veyiszade Mustafa Kurucu, pflegte über unseren Üstad zu sagen: „Er ist ein großer Mudschahid (Glaubenskämpfer) und einzigartig. Ich kann keine halbe Stunde im Gefängnis aushalten, diese Aufgabe ist ihm allein vorbehalten.“Üstad hingegen ließ sich nicht demoralisieren, brach nicht zusammen, verlor nicht einen Moment lang seine Motivation und seine Liebe zu Hizmet. Er wurde wegen seiner Bücher verhaftet. Dennoch nutzte er das Gefängnis, um weiter an seinem Werk zu arbeiten. Er nutzte kleine Zettel, die er in den Gefängnissen finden konnte, darunter auch Zigarettenpapier, rollte sie zusammen und übergab sie seinen Schülern. Sein Verantwortungsbewusstsein gab ihm die Motivation und Energie, weshalb er achtundzwanzig Jahre lang unter Freiheitsentzug durchhalten konnte.
Zudem begleiteten schwere Krankheiten sein Leben. Die Krankheiten waren für Üstad eine Möglichkeit, sich auf der spirituellen Ebene zu reinigen und zu erneuern. Mustafa Sungur (sein Schüler) berichtet: „Üstad hatte starke Schmerzen, die teilweise drei Tage lang anhielten. Er sagte oft zu mir: ‚Sungur! Ich habe zehn Krankheiten. Wenn du eine davon hättest, könntest du nicht aus dem Bett aufstehen!‘ Er war geduldig und dachte an die große Belohnung.”
Bayram Yüksel Abi vermittelt die Weisheit seiner Geduld in allem durch seine eigenen Aussagen wie folgt:
„Ich werde mit allem geduldig sein, um den Glauben zu retten, mit der Verbreitung der Risale-i Nur. Ich, der sich nie vor tyrannischen Befehlshabern verbeugte, würde die Anweisungen einer Wache oder eines Soldaten befolgen. Wenn sie sagen “Gehe zu diesem Ort”, würde ich friedlich zu diesem Ort gehen. Ich werde geduldig sein, meine Pflicht ist es, positiv zu handeln.”
Mit anderen Worten, er ertrug so viel Härte für die Rettung des Glaubens; er dachte über Ländergrenzen oder einer Generation hinaus; sein Horizont umfasste die gesamte Menschheit. Seine Entschlossenheit, unabhängig von der Abstammung, Sprache oder Religion des Menschen, war ein Zeugnis für seinen Horizont des Hizmets. In seinem Gebet, in seiner Forderung, lag die Rechtleitung der Menschheit und die spirituelle Reinigung der Erde im Vordergrund.
Die Empfänger seiner Lehren sollen stets besonnen handeln; sie sollen geduldig sein, sie sollen im Leben standhaft bleiben und sie sollen widerstrebend gegen die vergänglichen Genüsse leben; für die große Belohnung im Jenseits.