“Ein Talent können wir nach einer einzigen Manifestation (hier: Publikation) anerkennen. Für die Anerkennung eines Charakters bedürfen wir eines langen Zeitraumes.” (Heinrich Heine)
In einem anderen Zitat über ein Buch heißt es: “…seiner Botschaft schwanger…”
(Thomas Michel)
Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht der Erzieher Fethullah Gülen. Seine Rolle als religiöser Gelehrter und Lehrer ist zwar ein Thema, das eine genauso sorgfältige Prüfung verlangt wie das Studium seines religiösen Denkens als moderner Interpret des Islam. Doch im Rahmen dieses Beitrags kann es kaum hinreichend behandelt werden. Nichtsdestotrotz bliebe eine Analyse seiner pädagogischen Vision ohne einen kurzen Blick auf seine Schriften über den Islam unvollständig. Einige der über 30 Bücher Gülens sind Zusammenstellungen von Gesprächen und Reden, die er irgendwann einmal vor Studenten und Anhängern gehalten hat. Andere geben Antworten auf Fragen, die ihm von Studenten gestellt wurden. Die Themen erstrecken sich vom Studium der Biografie des Propheten Muhammad über eine Einführung in den Sufismus und eine Abhandlung über Fragen, die traditionell in der Wissenschaft des Kalam aufgeworfen werden, bis hin zur Erörterung essenzieller Fragen zum islamischen Glauben. All diese Studien wenden sich nicht an Spezialisten, sondern an eine Zuhörerschaft, die aus durchschnittlich gebildeten Muslimen besteht. Was lässt sich über Fethullah Gülens persönlichen Ansatz zur Interpretation der islamischen Quellen und Traditionen sagen? Was dem Leser als Erstes auffällt, ist seine Betonung von Moral und moralischen Werten. Man meint, diese seien ihm für den religiösen Elan, der seine Inspiration aus dem Koran bezieht, wichtiger als die rituelle Praxis. Während Gülen die Bedeutung des Rituals unterstreicht, vertritt er die Auffassung, die ethische Aufrichtigkeit liege direkt am Herzen des religiösen Impulses. Er sagt: „Die Moral ist die Essenz der Religion; sie bildet einen ganz wesentlichen Teil der Botschaft Gottes. Wenn es heldenhaft ist, tugendhaft zu sein und sich moralisch zu verhalten – und das ist es! -, dann sind die größten Helden die Propheten, gefolgt von jenen, die ihnen aufrichtig und ergeben folgen. Ein wahrer Muslim ist ein Mensch, der eine wirklich universelle und deshalb muslimische Moral praktiziert.” Er stützt diesen Punkt, indem er folgenden Hadith Muhammads zitiert: „Der Islam ist aus guter Moral gemacht; ich bin gesandt worden, um die guten Sitten zu vervollkommnen und zu vervollständigen.”
Die unterschiedlichen Aspekte des islamischen Way of Life sollen zusammenwirken, um das ehrenhafte, ethisch rechtschaffene Individuum hervorzubringen. In diesem weiten Sinne des Begriffes Islam oder der Widmung des eigenen Lebens der Sache Gottes ist es legitim zu sagen, dass die Schulen, die von der Bewegung, welche man mit dem Namen Fethullah Gülen assoziiert, gegründet wurden, ihre Inspiration aus einer ethischen Vision beziehen, die zwar fest im Islam verwurzelt, aber in ihren Ausdrucksformen nicht auf die Mitglieder der Umma beschränkt ist. Wenn Gülen davon spricht, Studenten auszubilden, „…die sich für ein Leben im Einklang mit menschlichen Qualitäten und moralischen Werten engagieren, …die ihre Außenwelt mit allen möglichen Tugenden schmücken…”, dann tritt er ein für einen universellen ethischen Code, den er als Muslim vom Islam erfahren hat. Es steht außer Frage, dass er diese Tugenden, menschlichen Qualitäten und moralischen Werte nicht als exklusiven Besitz der Muslime betrachtet; denn nicht-muslimische Schüler sind in den Schulen willkommen, und es wird auch kein Versuch unternommen, jemanden zu bekehren. Die Religion des Islam wird daher verstanden als „…der Weg, der den Menschen zur Vollkommenheit führt und ihn dazu befähigt, seinen ursprünglichen engelgleichen Zustand zurückzuerlangen.” Wenn der Islam als ein Weg zur moralischen Vollkommenheit beschrieben wird, dann ist der Tasawwuf, der Sufismus, eine natürliche und zwingende Entwicklung innerhalb der islamischen Tradition. Gülen schlägt eine ethische Definition des Sufismus vor. Der Sufismus sei ein „…fortdauerndes Bestreben, alle fehlerhaften Grundsätze und schlechten Verhaltensweisen über Bord zu werfen und sich stattdessen gute Eigenschaften anzueignen.”
İrşad ve Tebliğ
22. Fethullah Gülen
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