Im Allgemeinen trägt haya’ die Bedeutung „Scham“, „Schüchternheit“ und „Verzicht darauf, unschickliche oder anstößige Dinge auszusprechen oder zu tun“. In der sufistischen Terminologie bedeutet haya’, sich aus Furcht oder Ehrfurcht vor Gott von den Dingen fernzuhalten, die Ihm missfallen könnten. Demut zwingt den Menschen dazu, aufmerksamer, selbstbeherrschter, gesitteter und respektvoller gegenüber Gott, dem Allmächtigen, zu sein, sofern diese Form der Zurückhaltung aus Gefühlen der Schüchternheit und Demut entspringt. Besitzt ein Mensch diese Gefühle nicht oder hat sie unter dem Einfluss seiner Familie oder seiner Umwelt verloren, wird es schwer für ihn sein, sie neu zu entwickeln.
Im Lichte der obigen Erläuterungen kann Demut auf unterschiedliche Weise interpretiert werden:
Zum einen als das angeborene oder instinktive Gefühl der Scham, das den Menschen davor bewahrt, Dinge zu tun, die als unanständig und anstößig gelten.
Zum anderen als eine Demut, die aus dem Glauben entspringt; diese stellt eine tiefgreifende Dimension des Islam dar.
Wenn das instinktive Gefühl der Scham mit der dem Glauben entspringenden Demut einhergeht, bildet diese Kombination einen Schutzwall gegen schändliche und anstößige Handlungen. Sobald jedoch eine der beiden Arten von Demut isoliert betrachtet wird, verliert sie an Wert oder wird sogar unwirksam. Tatsächlich kann das angeborene Gefühl der Scham beim Menschen nicht von Dauer sein, wenn es nicht durch Glaubenswissen ergänzt wird.
Wenn dieses Schamgefühl nicht durch den Glauben an Gott gestärkt und durch das Wissen um seine ständige Kontrolle gefestigt wird, sondern in den Tiefen sinnlicher und fleischlicher Freuden vergeudet wird, kann man bei entsprechenden Individuen oder Gesellschaften zwangsläufig Sittenlosigkeit und Perversionen feststellen, die jeden aufrichtigen Menschen beschämen würden. Der Prophet sagte diesbezüglich:
„Wenn du keine Demut besitzt, tue, was du willst.“ (Bukhari, Anbiya’, 54; Abu Dawud, Adab, 6; Ibn Madscha, Zuhd, 17)
Die Worte haya’ und Hayat (Leben) sind miteinander verwandt; Demut ist ein Zeichen dafür, dass das Herz lebendig ist. Die Lebendigkeit des Herzens beruht auf dem Glauben und dem Wissen um Gott. Wenn das Herz des Menschen nicht ständig von den „Duschen“ des Glaubens und dem Wissen um Gott verwöhnt wird, kann es unmöglich lebendig bleiben und der Demut einen angemessenen Platz einräumen.
Junayd al-Baghdadi zufolge bedeutet haya’, dass der Mensch sich der materiellen und immateriellen Geschenke Gottes bewusst ist und seine eigenen Mängel und Fehler kennt.
Dhu l-Nun al-Misri behauptete, haya’ setze voraus, dass der Mensch aufgrund seiner Sünden und Vergehen in seinem Herzen ständig ein Schamgefühl verspürt und genau darauf achtet, was er tut.
Ein anderer spiritueller Meister definierte haya’ als „nie zu vergessen, wie Gott uns behandelt“ und „ein Leben entsprechend der Erkenntnis zu führen, dass Gott ständig sieht, was der Mensch tut und denkt“.
Die Scham des Menschen aus drei Perspektiven:
Scham vor Gott (fi hayāuhu min Allāh). Diese Scham drückt sich darin aus, dass man die Befehle Gottes befolgt und sich von seinen Verboten fernhält.
Scham vor den Menschen (fi hayāuhu min an-nās). Sie äußert sich darin, dass man die Menschen nicht belästigt und öffentlich keine „schlechten“ Taten begeht.
Scham vor sich selbst (fi hayāʾuhu min nafsihi). Sie bedeutet Enthaltsamkeit (ʿiffa) und Selbstkontrolle, wenn man alleine ist.
Folgende Worte des Propheten erinnern uns an die Demut und das Bewusstsein für die Nähe Gottes sowie das Gefühl, immer in seiner Gegenwart zu verweilen:
„Sei Gott, dem Allmächtigen, gegenüber so demütig, wie es die Demut ihm gegenüber erfordert. Sorge dafür, dass derjenige, der so demütig ist, wie es die Demut ihm gegenüber erfordert, seinen Verstand und seinen Magen stets unter Kontrolle behält, und dass er sich immer an den Tod und den anschließenden Verfall erinnert. Wer sich ein Leben nach dem Tod wünscht, wird auf den Schmuck der Welt verzichten. Und wem dies gelingt, der kann so viel Demut gegenüber Gott aufbringen, wie es die Demut ihm gegenüber erfordert.“ (Musnad, 1.387)
Der Grad der Menschlichkeit eines Menschen entspricht dem Grad seiner Demut. Gelingt es dem Reisenden auf dem Weg zu Gott nicht, sein Leben zu ordnen, seine Taten entsprechend den Anforderungen des ewigen Lebens zu disziplinieren und in äußerster Bescheidenheit und Demut zu leben, wird sein Leben für ihn selbst zu einer Schande und für andere zu einer Last. Dies kommt im nachstehenden Vers eines anonymen Dichters zum Ausdruck:
„Bei Gott, weder im Leben gibt es Gutes, noch in der Welt, wenn die Demut verschwindet.“
Um es auf den Punkt zu bringen:
Einer der Namen Gottes lautet Hayyiy, der Demütige. Also bemühe dich und erwerbe Demut.
Haya ve İffet
31. Was bedeutet Schamgefühl?
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