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11. Hilm, die Prophetische Weisheit


Seine Demut und Bescheidenheit strahlen hell wie die Sterne und stellen eine weitere Dimension seiner prophetischen Weisheit dar. In dem Maße, in dem sein Ruhm wuchs und er allerseits angenommen wurde, vertiefte sich seine Demut. Es war, als ob Demut und Bescheidenheit mit ihm geboren wurden und sich bis zum Tod weiterentwickelten.
„Wer in Demut vor Gott steht, den wird Gott erhöhen.“ {Muslim, Birr 69} Das sagte der ehrwürdige Muhammed – Friede sei mit ihm – und er selbst war derjenige, der dies am besten repräsentierte und auslebte.
Er betrachtete sich als einen Menschen wie alle anderen auch und sonderte sich niemals von ihnen ab. Es gibt eine schöne Aussage, die dem ehrwürdigen Ali zugeschrieben wird: „Einer unter vielen zu sein, das wahre Ich, das wahre Selbst.“ Sein ganzes Leben lang lebte er nach dieser Devise und achtete sehr gewissenhaft darauf, sich so bescheiden zu benehmen, dass man ihn von anderen nicht unterscheiden konnte.
Der Gesandte Gottes war ein ungekünstelter und natürlicher Mensch. Oftmals wussten Menschen, die ihn das erste Mal in einer Versammlung trafen, nicht, dass er der Prophet war. Erst als sie das Verhalten der Gefährten beobachteten oder der Gesandte Gottes das Wort erhob, wurden sie seiner gewahr. Während der Hidschra eilten viele Bewohner Medinas dem ehrwürdigen Abu Bakr entgegen, um seine Hand zu küssen – sie hatten den Gesandten Gottes bis dahin noch nicht gesehen und dachten, Abu Bakr sei der Gesandte Gottes. Als jedoch Abu Bakr aufstand, um den Gesandten Gottes mit seinem Umhang Schatten zu spenden, begriffen sie, wer er wirklich war. Ein Hadith, der von der ehrwürdigen Aisha und vielen anderen Gefährten überliefert wurde, berichtet über folgende Begebenheit: „Der Gesandte Gottes verhielt sich zu Hause ganz normal. Er flickte seine Kleider selbst, reparierte seine Schuhe selbst und half seinen Frauen bei der Hausarbeit.“ Dies sprach sich schnell in aller Welt herum, und überall sprach man über ihn und die Religion, die er brachte. Er teilte seine Zeit so ein, dass er neben seinen wichtigen Verpflichtungen auch Zeit für solche Arbeiten fand. Er verkörperte den Zenit der menschlichen Wesensart.
Basierend auf einer Aussage des ehrwürdigen Ali wird der Gesandte Gottes wie folgt beschrieben: „Der Gesandte Gottes war der großzügigste aller Menschen. Er war der sanftmütigste und friedfertigste aller Menschen und hatte ein großes Herz. Auch seine Sprache war die trefflichste aller Menschen. (Er sprach stets die Wahrheit. Selbst wenn er einen Scherz machte, kam kein Wort über seine Lippen, das unwahr gewesen wäre. Nicht einmal in seinen Träumen äußerte er Unwahrheit. Er saß aufrecht, erhob sich gerade, sprach die Wahrheit, dachte das Rechte, redete rechtschaffen und rief zur Wahrheit auf.) Er war ein außergewöhnlich natürlicher Mensch. (Hätten wir neben ihm gesessen, wäre es nicht unangenehm gewesen. Er hätte uns das Gefühl gegeben, neben einem Freund zu sitzen. In seiner Wesensart hatte er ein solches Niveau erreicht – niemand saß wie er und dachte wie er, niemand kam ihm gleich. Er erhob sich nicht über andere, sondern passte sich ihrem Niveau an. Er drängte die Menschen um ihn herum nicht und machte sie nicht unsicher. Sah er jemanden, der nicht so gut wie er laufen konnte, passte er seinen Schritt an. Und das forderte er auch von anderen. Er hielt sich in allen Phasen seines Lebens stets und unter allen Umständen an dieses universelle Prinzip.)
Efendimiz, Ahlakı ve Kulluğu

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