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13. Gottesdienst


Der Gottesdienst ist die Handlung, die in vollkommener Harmonie mit dem Willen Gottes steht. Er umfasst die Verehrung Gottes und die Befolgung der Pflichten, die den Menschen auferlegt sind, und fördert die persönliche sowie gesellschaftliche Entwicklung. Er ist die Suche nach dem Wohlgefallen Gottes und das Fernbleiben von Dingen, die Mensch und Umwelt schaden und daher verboten sind. Der Geist des Gottesdienstes ist die Aufrichtigkeit, er wird allein für Gott vollzogen. Die innere Zufriedenheit, die unter anderem aus dem Gefühl der Durchführung des Gottesdienstes resultiert, fördert auch die geistige Gesundheit. Der Gottesdienst bewirkt den Rückgang negativer Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen wie Arroganz, Überheblichkeit, Hochmut und Friedensstörung, da der Mensch sich ständig an Gott erinnert und sich seiner Bedürfnisse sowie seiner Abhängigkeit vom Allmächtigen und Barmherzigen bewusst ist.
„Wahrlich, das Gebet hält ab von Schändlichem und Verwerflichem; und das Gedenken an Allah ist wahrlich das Größte“ (29:45).
Die Säule der Religion: Das Hauptgebet
Der Prophet Muhammed (Friede sei auf ihm) sagte zu seinen Gefährten: „Wenn vor der Tür von einem von euch ein Fluss wäre, in dem er täglich fünfmal badete, meint ihr, dass dann noch irgendein Schmutz übrigbleiben würde?“ Die Prophetengefährten antworteten: „Es würde nichts übrigbleiben.“ Darauf sagte er: „So ist es mit den fünf Hauptgebeten, durch die Allah die Sünden auslöscht.“ Was ist das Hauptgebet? Warum ist es wichtig? Der Islam wurde auf fünf Säulen errichtet. Die erste Säule des Islams ist das Glaubensbekenntnis, zu bezeugen, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und Muhammed Sein Diener und Gesandter ist. Die zweite Säule ist das Verrichten des Hauptgebets. Das Hauptgebet gehört zu den wichtigsten täglichen Gottesdiensten eines Muslims. In der Hierarchie der islamischen Lehre wird das Hauptgebet direkt nach dem Glaubensbekenntnis eingestuft. Es bringt den Menschen fünfmal täglich Gott näher. Während keines anderen Gottesdienstes ist der Mensch so nahe bei Gott wie beim Hauptgebet. Der Islam hat dem Hauptgebet im Gegensatz zu anderen Gottesdiensten einen besonderen Wert beigemessen. Bei anderen Gottesdiensten gibt es Ausnahmen, wie etwa die Möglichkeit für Reisende, im Ramadan das Fasten zu unterlassen. Doch beim Hauptgebet gibt es keine Ausnahmen, da es äußerst wichtig ist, sich fünfmal täglich Gott zu widmen und Ihn zu lobpreisen.
Eine wichtige Botschaft des Propheten Mohammed: „Erst das Hauptgebet!“
Als der Prophet kurz vor seinem Tod krank wurde, brachten ihn sein Onkel Abbas und sein Neffe Ali zur Moschee in Medina, ihn stützend. Nach Zeugenaussagen wurde der Prophet (Friede sei mit ihm) unter schwersten Bedingungen in die Moschee geführt, seine Füße schleiften über den Boden und hinterließen Spuren. Damit zeigte er, dass selbst in den schwersten Situationen das Hauptgebet zu verrichten ist. Das zeigt die enorme Bedeutung des Hauptgebets im Alltag. Wir erkennen daran, dass das Gebet ein wesentlicher Bestandteil des muslimischen Lebens ist. Es ist auch wichtig, einen angemessenen Ort für das Hauptgebet auszuwählen und eine geeignete Gelegenheit dafür abzuwarten. Was bedeutet das? In einer Gesellschaft, in der viele Menschen als religiöse Analphabeten gelten könnten, wird die Essenz des Gottesdienstes oft nicht verstanden. Es ist nicht immer leicht nachzuvollziehen, dass jemand bei jeder Gelegenheit das Hauptgebet verrichten möchte. Daher ist es wichtig, sowohl dem Hauptgebet nachzugehen als auch Rücksicht auf Mitmenschen zu nehmen. Wenn man beispielsweise auf einer Zugfahrt ist, kann man nach einer passenden Gelegenheit suchen, das Hauptgebet zu verrichten. Wenn das nicht möglich ist, kann das Gebet auch im Sitzen verrichtet werden. Es besteht keine Pflicht, das Hauptgebet während einer Zugfahrt im Stehen zu verrichten, insbesondere wenn sich andere Reisende dadurch gestört fühlen könnten. Dasselbe gilt für die Schule. Hier kann man die Schulleitung fragen, ob und unter welchen Umständen das Hauptgebet verrichtet werden darf. Wenn keine Erlaubnis erteilt wird, sollte man kein Problem daraus machen. Muslime sollten ein vorbildliches Leben führen und Konflikte sowie Unannehmlichkeiten vermeiden.
Das Hauptgebet als Schutzschild vor verwerflichen Taten
Der Mensch, der aufrichtig und regelmäßig die Verse des Hauptgebets rezitiert, bleibt von sich aus fern von jeglicher Boshaftigkeit und Verwerflichkeit. Er erinnert sich an das, was er vor Gott sprach, und kann sich demgemäß zügeln, eine verwerfliche Tat zu begehen. Es stärkt die Frömmigkeit und religiöse Ernsthaftigkeit; und es hält von Abscheulichkeit und Verwerflichem ab. Im Hauptgebet wird bis zu 40-mal am Tag die Sure El-Fatiha rezitiert und Gott um Hilfe gebeten: „Dir allein dienen wir, und Dich allein bitten wir um Hilfe.“ Im Koran heißt es hierzu: „Wahrlich, das Hauptgebet hält ab von allem, was abscheulich und verwerflich ist, und von allem, was schlecht ist. Wahrlich, Gottes zu gedenken, ist am hervorragendsten. Gott weiß um alles, was ihr tut“.
Kleine Worte: Das vierte Wort
Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen!
„Das Hauptgebet ist das Fundament der Religion.“ Um zu erkennen, wie wertvoll und wichtig das Hauptgebet ist und welch geringen Aufwand und Preis man dafür erbringen muss, und wie töricht und nachteilig es dagegen ist, das Hauptgebet nicht zu verrichten – das ist so gewiss wie zwei mal zwei vier ist – betrachte diese Allegorie:
Die Allegorie von den zwei Dienern mit den 24 Goldstücken
Ein bedeutender Herrscher sendet zwei seiner Diener mit jeweils vierundzwanzig Goldstücken zu einem schönen und einzigartigen Landgut, das eine Zweimonatsreise entfernt liegt, damit sie sich dort niederlassen. Er gibt ihnen folgende Anweisungen: „Nehmt dieses Geld für die Fahrkarte und für alles, was ihr für die Reise und das Leben dort braucht. Eine Tagesreise entfernt gibt es eine Station, an der Autos, Schiffe, Züge und Flugzeuge zur Verfügung stehen. Eurem Budget entsprechend könnt ihr euch dort ein Transportmittel leisten.“ Die zwei Diener machen sich nach Erhalt dieser Anweisungen auf den Weg. Der glückselige Diener gibt nur wenig von seinem Geld aus, bevor er die Station erreicht. Er setzt sein Geld so sinnvoll ein, dass sein Herr mit ihm zufrieden ist. Er betreibt gewinnbringenden Handel, der sein Kapital um das Tausendfache vermehrt. Der unglückselige und herumtreibende Diener hingegen verspielt bereits vor Erreichen der Station dreiundzwanzig seiner vierundzwanzig Goldstücke bei Glücksspielen und ähnlichen Ausschweifungen. Ihm bleibt nur ein einziges Goldstück übrig. Sein Freund rät ihm: „Kauf dir doch für dieses Goldstück eine Fahrkarte, damit du auf diesem langen Weg nicht zu Fuß gehen und Hunger leiden musst. Unser Herr ist großzügig, und vielleicht wird er Mitleid haben und dir vergeben. Vielleicht lässt man dich sogar das Flugzeug nehmen, dann könnten wir das Landgut in einem Tag erreichen. Ansonsten wirst du die zweimonatige Reise durch die Wüste zu Fuß, hungrig und allein antreten müssen.“
Wenn dieser Mensch nun in seinem Starrsinn nicht auf seinen Freund hört und sein letztes Goldstück nicht für die wertvolle Fahrkarte ausgibt, die ihm als Schlüssel einer Schatzkiste dienen könnte, sondern für sündiges und vergängliches Vergnügen, würde selbst der unvernünftigste Mensch merken, dass dieser Mann töricht, gefährlich und unglückselig ist.
Von der Allegorie zur Wahrheit
Nun, du Mensch, der das Hauptgebet nicht verrichtet! Und du, mein nefs, das sich am Hauptgebet nicht erfreut!
Hört, was dies bedeuten mag! Jener bedeutende Herrscher ist unser Herr, unser Schöpfer.
Von den zwei Reisenden ist einer religiös und verrichtet seine Gebete mit Begeisterung. Der andere ist ein gottvergessener Mensch, der das Gebet nicht verrichtet.
Die vierundzwanzig Goldstücke stehen für die vierundzwanzig Stunden des Tages.
Das einzigartige Landgut ist das Paradies, während die Station das Grab versinnbildlicht.
Die beschriebene Reise ist der Weg des Menschen über das Grab und die Auferstehung hin zum ewigen Leben. Entsprechend ihrer Handlungen und ihres Gottesbewusstseins brauchen die Menschen für die gleiche Strecke unterschiedlich lange. Einige der Gottesbewussten legen an einem Tag eine Entfernung von eintausend Jahren so schnell wie ein Blitz zurück. Andere bewältigen an einem Tag die Entfernung von fünfzigtausend Jahren – so schnell wie das Vorstellungsvermögen. Der glorreiche Koran weist in zwei seiner Verse auf diese Wahrheit hin.
Die Fahrkarte ist das Hauptgebet. Man benötigt für alle fünf Hauptgebete samt ritueller Waschung eine Stunde am Tag.
Welchen großen Verlust, welches große Unrecht gegen sich selbst und welchen Widersinn es bedeutet, täglich dreiundzwanzig Stunden für dieses flüchtig kurze Leben auf Erden aufzubringen, aber die verbleibende Stunde nicht seinem ewigen Leben zu widmen.
İbadet ve Kulluk

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