Ist es haram, Glücksspiele zu spielen?
Glücksspiel wird so genannt, weil es eine Methode ist, mit der man ohne Anstrengung, ohne Arbeit und Mühe auf einfache Weise Vermögen gewinnen oder verlieren kann. In den folgenden Versen wird das Glücksspiel verboten: „O ihr, die ihr glaubt, berauschende Getränke, Glücksspiel, Götzen und Lospfeile sind ein Gräuel von Satans Werk. Meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid. Satan will Feindschaft und Hass zwischen euch säen durch Alkohol und Glücksspiel und euch vom Gedenken Allahs und vom Gebet abhalten. Werdet ihr euch also enthalten?“ (Sure al-Maida, 5/90–91) Glücksspiel ist eine ungerechte Art des Gewinnens, die den Menschen seinen Schöpfer vergessen lässt, ihn vom Gebet abhält, zur Faulheit verleitet, die Arbeitskraft zerstört und Hass und Feindschaft unter die Menschen bringt. Viele Familien und Vermögen sind durch Glücksspiel zerstört worden. Unabhängig vom Namen gelten alle Spiele, die auf Glück basieren und kein Risiko von Arbeit oder Investition beinhalten, als Glücksspiel. Es ist nicht erlaubt, ein solches Spiel auch nur zum Spaß oder zur Unterhaltung zu spielen, selbst wenn anfangs kein Geld im Spiel ist, da dies durch das Erlernen der Feinheiten zum Glücksspiel führen und Verdacht erregen kann. Manche Spiele wie Schach wurden von einigen Gefährten als erlaubt angesehen, da sie den Verstand fördern und sich an Kriegstaktiken gewöhnen. Dabei darf es sich aber nicht um ein Spiel handeln, bei dem ein äußerer Gewinn im Vordergrund steht, wie es beim Sport der Fall sein kann. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Spiel, das nicht mit dem Ziel des Glücksspiels, sondern aus legitimen Gründen wie Sport, Erholung oder Unterhaltung gespielt wird, nur dann erlaubt ist, wenn es folgende vier Bedingungen erfüllt:
1) Es darf nicht dazu führen, dass das Gebet verzögert oder versäumt wird
2) Es darf nicht um einen Einsatz gespielt werden, den der Gewinner vom Verlierer erhält
3) Die Sprache soll während des Spiels frei von schlechten oder leeren Worten bleiben
4) Es darf nicht zu übermäßiger Zeitverschwendung führen
Der Islam hat beim Verbot des Glücksspiels nicht auf eine bestimmte Form gezielt, sondern auf seine Bedeutung und seine Folgen. Unabhängig von Mittel und Methode liegt ein Glücksspiel dann vor, wenn am Ende des Spiels eine oder mehrere Personen einen nicht vorher festgelegten Gewinn oder Verlust erleiden. Wenn zum Beispiel zwei Personen jeweils zehn Lira setzen und derjenige, der mit Würfeln oder Spielkarten den höchsten Wert erzielt, zwanzig Lira gewinnt und der andere verliert, ist das Glücksspiel. Ebenso ist es Glücksspiel, wenn eine Gruppe Geld sammelt und durch ein Los oder einen Wettbewerb einige etwas gewinnen und andere leer ausgehen. Ein Muslim soll sein Leben und seinen Lebensunterhalt nicht dem Zufall oder Glück überlassen, sondern durch Planung und Anstrengung erreichen. Das Eigentum eines anderen ist haram. Es gibt nur zwei Wege, es zu erwerben, entweder durch Tausch oder durch Schenkung. Glücksspiel ist ein Weg des unrechtmäßigen Erwerbs. Auch wenn der Verlierer nach außen hin einverstanden scheint, empfindet er im Inneren Traurigkeit, vielleicht sogar Hass gegenüber dem Gewinner. Wer verliert, will ausgleichen, wer gewinnt, will erneut gewinnen. So entsteht eine Gewohnheit, die zur Spielsucht führt. Glücksspiel hindert am Gottesdienst. Die Schäden des Glücksspiels bleiben nicht beim Einzelnen. Es wirkt sich auf die Gesellschaft aus, führt zur Zunahme von Menschen, die nicht zur Produktion beitragen, arbeitslos sind und ihre Zeit mit Spielen verschwenden. Lotterien, Pferderennen, Wetten und ähnliche Formate gelten ebenfalls als Glücksspiel. Sie sind Spiele, die von größeren Menschenmengen gespielt werden, enthalten aber dieselben Elemente. Der Umstand, dass gewisse Institutionen oder Wohltätigkeitsorganisationen davon profitieren, ist aus islamischer Sicht keine Entschuldigung. Denn der Islam sieht in seiner Gesellschaft keine Menschen vor, die Gutes nur im Austausch gegen Nutzen tun würden. Das islamische System aus Staat, Wirtschaft, Recht, Gesellschaft und Moral braucht kein Glücksspiel, um wohltätige Einrichtungen zu unterstützen. Die Absicht, Allahs Wohlgefallen zu erlangen, genügt, um Muslime zum Guten zu motivieren.
Ist es haram, Schach und Backgammon zu spielen?
Für die Erlaubnis, Schach zu spielen, gelten vier Bedingungen:
1) Das Spiel darf das Gebet nicht verzögern oder versäumen lassen
2) Es darf nicht um Geld oder ähnliche Vorteile gespielt werden
3) Die Sprache während des Spiels soll frei bleiben von Lügen, Verleumdung, Beleidigung oder übler Nachrede
4) Man darf nicht so süchtig danach werden, dass man es nicht mehr aufgeben kann
Solange diese Bedingungen eingehalten werden, gilt Schach als erlaubt, sofern es nicht übertrieben wird, keine Sünden begünstigt und den Gottesdienst nicht beeinträchtigt. Unsere Rechtsgelehrten betrachten Schach aus der Perspektive seines Inhalts und unterscheiden es deutlich vom Backgammon.
Deshalb kann es etwa auch zur Schulung von Taktik verwendet werden.“ Die grundlegende Regel lautet: Wenn ein Spiel auf Nachdenken und Planung basiert, ist es erlaubt. Schach gehört zu dieser Art. Wenn es auf Zufall und Würfel basiert, ist es haram. Backgammon gehört in diese Kategorie.