Ta’dîli erkân bedeutet, dass die Rituale richtig, ordnungsgemäß und regelmäßig durchgeführt werden. Die Befolgung der Ta’dîli erkâna führt dazu, dass die Rituale korrekt und konsequent durchgeführt werden. Auf diese Weise wird das Gebet nicht nur flüchtig, sondern vollständig verrichtet. Tadîli erkâna ist nach Imam Azam wajib.
“Tadîl” bedeutet begradigen, ordnen, glätten. “Erkân” ist der Plural von “rukn” und bezieht sich auf das Wesentliche des Gebets wie qiyam, ruku und sajda. “Tadîli erkân” bedeutet, die Rituale des Gebets wie Qiyam, Ruku und Sajdah an ihrem richtigen Platz, in angemessener und friedlicher Weise zu verrichten. Um Tadîli erkân zu erfüllen, ist es notwendig, in den Positionen wie Qiyam, Ruku, Niederwerfung und Sitzen für eine gewisse Zeit zu verharren. Beim Übergang vom Qiyam zum Ruku ist es notwendig, eine Weile still zu stehen. Beim Aufstehen aus dem Ruku ist es notwendig, eine Weile in einer vollständig aufgerichteten Position zu verharren. Bei der Sajdah und beim Sitzen zwischen zwei Sajdahs ist es notwendig, eine Weile in Stille zu verharren.
Besonders heute muss man sehr vorsichtig sein, denn es gibt Nachlässigkeiten beim Tadîli erkân. Das liegt daran, dass einige Leute ihre Gebete unterbrechen und sofort zum Ruku gehen, sich niederwerfen, bevor sie sich vollständig erhoben haben, und sich niederwerfen, bevor sie sich zwischen den Niederwerfungen vollständig hingesetzt haben. Es ist jedoch wichtig, die TadîlI erkâna in Qiyam, Qiraat, Ruku, Sajdah, Sitzen und Rukû’ dazwischen einzuhalten. Andernfalls wird das Gebet nicht gemäß seiner Methode und Etikette verrichtet. Denn der Prophet (sas) verglich einige Handlungen, die nicht zum Gebet gehören, mit einigen tierischen Verhaltensweisen, weil sie während des Gebets verrichtet werden.
Das Gebet ist eine menschliche Handlung. Wenn es jedoch nicht innerhalb dieser Linie bleibt, wird es mit dem Verhalten von Tieren verglichen. So heißt es in einem Hadith: “Wenn einer von euch vor dem Imam seinen Kopf aus dem Ruku hebt, fürchtet er dann nicht, dass Allah ihn in einen Esel verwandelt? Das heißt, vor dem Imam zu handeln bedeutet, aus der Linie der Menschlichkeit herauszutreten. Der Prophet (Friede sei mit ihm) sagt uns, dass die erste gottesdienstliche Handlung, über die ein Mensch im Jenseits befragt wird, das Gebet ist. Wenn seine Gebete in Ordnung sind, wird er gerettet. Wenn er im Gebet versagt hat, wird er enttäuscht sein.
Abu Hurayrah (r.a.) berichtete, dass der Prophet (sallAllahu `alaihi wa sallam) eines Tages die Masjid betrat. In der Zwischenzeit betrat ein anderer Mann die Moschee und betete. Dann ging er auf den Propheten zu und begrüßte ihn. Da sagte der Prophet: “Geh zurück und bete, denn du hast nicht gebetet.”
Er verbot ihm zu beten, wie ein Hahn, der schnell nach dem Köder pickt. Er (Friede sei mit ihm) warnte auch: “Verrichtet eure Ruku’ und Niederwerfungen!” “Führt eure Ruku’ und Niederwerfungen gut aus!” “Wenn einer von euch beim Aufstehen von den Ruku’ und Niederwerfungen seinen Rücken nicht vollständig aufrichtet, wird sein Gebet nicht ausreichend sein.” In dieser Hinsicht ist es notwendig, die Rituale mit Mäßigung und Ruhe auszuführen, damit die Gebete nicht vergeudet werden.
Siehe, es ist ein tierisches Verhalten; das Schlagen und das Heben der Stirn ist ein tierisches Verhalten. Wenn du dich beim Beten niederwirfst, “lege deine Hände nicht auf den Boden wie ein Hund”. So heißt es in einem anderen Hadith. In all diesen Hadithen wird darauf hingewiesen, dass sich das Verhalten vom Sitzen bis zum Niederwerfen, vom Niederwerfen bis zum Ruku, vom Ruku bis zum Qiyam vom Verhalten der Tiere unterscheiden sollte.
Die Klammern lösen
Als Bediuzzaman Hazretleri in Mardin lebte, war er unter dem Namen Molla Said bekannt. Da das Leben von Molla Said in Mardin sehr ereignisreich war, brachte der Mutasarrif von Mardin Molla Said unter der Aufsicht von zwei Gendarmen aus Savur, Mehmet Fatih und İbrahim, aus Mardin heraus, um die Fluktuation in der Stadt zu stoppen.
Als sie in der Nähe des Dorfes Ahmedi im Distrikt Savur vorbeikamen, war es Zeit für das Gebet. Mullah Said bat, ihm die Handschellen abzunehmen. Die Gendarmen weigerten sich. Daraufhin werden ihm die Eisenfesseln an den Armen abgenommen. Er legt sie auf den Boden. Er nimmt seine Waschung vor und betet unter den erstaunten Blicken der Gendarmen. Nach dem Gebet:
“Wir waren bisher eure Beschützer, von nun an sind wir eure Diener”, fordert er die Gendarmen auf, ihren Pflichten nachzukommen.
Wann immer man ihn nach diesem Tag fragt: “Das ist wohl das Wunder des Gebets”.
Er ist so sehr Allah ergeben, so sehr von Ihm erfüllt, so sehr gegen jede noch so kleine und verborgene Form des Schirk, dass er nicht ein einziges Mal seinem Ego einen Anteil gegeben hat. Er ist Bediuzzaman, weil er so ist.
Efendimiz (S.A.V) Ve Ahlakı