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52. Die Liebe der Gefährten zu unserem Propheten

Wie war die Liebe der Prophetengefährten gegenüber unserem Propheten?

Die Auswanderung nach Medina hatte begonnen. Der Prophet (Friede sei mit ihm) und Abu Bakr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) hatten sich getroffen und machten sich gemeinsam auf den Weg. Um den Verfolgern aus Mekka zu entkommen, wollten sie sich zuerst verstecken.
Während des Weges lief Abu Bakr mal vor dem Propheten, mal hinter ihm. Der Prophet bemerkte das und fragte: „Abu Bakr, warum machst du das?“Abu Bakr antwortete: „Gesandter Allahs, ich habe Angst, dass dir etwas passieren könnte. Deshalb achte ich immer darauf, ob von vorne oder von hinten Gefahr kommt.“
Schließlich erreichten sie die Höhle von Sevr. Abu Bakr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „O Gesandter Allahs, bitte warte hier hier, bis ich die Höhle gesäubert habe.“Dann ging er hinein und begann, die Höhle zu reinigen. Um den Propheten vor Insekten und Schlangen zu schützen, stopfte er die kleinen Löcher im Boden mit Stoffstücken – er riss dafür sogar sein Hemd in Stücke. Nach kurzer Zeit hatte er fast alle Löcher verschlossen. Nur bei einem Loch nahe dem Boden reichte der Stoff nicht mehr aus. Also bedeckte er es mit seiner Verse. Erst danach bat er den Propheten, hineinzukommen. Der geliebte Prophet (Friede sei mit ihm) war sehr erschöpft. Er legte seinen Kopf auf seines Freundes Bein und schlief ein.
Während der Prophet (Friede sei mit ihm) schlief, kam eine Schlange, die keinen anderen Ausgang aus der Höhle fand. Sie biss Abu Bakr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) in den Fuß, weil genau dort das Loch war, das er mit seiner Sohle zugedeckt hatte. Der Schmerz war so stark, dass Abu Bakr seine Tränen nicht zurückhalten konnte, auch wenn er sich sehr bemühte, still zu bleiben. Einige Tränen tropften unbeabsichtigt auf das gesegnete Gesicht des Propheten. Der Prophet wachte sofort auf und fragte ihn besorgt: „Warum weinst du, Abu Bakr?“Abu Bakr antwortete: „O Gesandter Allahs, eine Schlange hat mich gebissen.“Der geliebte Prophet nahm ein wenig von seinem Speichel und rieb ihn auf die Wunde. Sofort ließ der Schmerz nach.
Ja, die Liebe der Gefährten zum Propheten (Friede sei mit ihm) war so groß, dass sie selbst in größtem Schmerz versuchten, ihn nicht einmal mit der kleinsten Sache zu beunruhigen. Als der Prophet in Taif mit Steinen beworfen wurde, bat sein Gefährte Zaid ibn Haritha (möge Allah mit ihm zufrieden sein) die Kinder verzweifelt: „Bitte hört auf zu werfen!“Gleichzeitig breitete er seine Arme aus und stellte sich schützend vor den Propheten, um ihn so gut wie möglich vor den Steinen und dem Spott zu bewahren. Doch das, was Zaid am meisten schmerzte, waren nicht die Steine, die ihn trafen – sondern die, die ihn verfehlten. Denn diese trafen den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm).
Der tapfere Löwe, Haydarı Kerrar – Hz. Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) –, legte sich in der Nacht der Auswanderung in das Bett des Propheten (Friede sei mit ihm), obwohl er wusste, dass Feinde kommen würden, um ihn zu töten. Er wusste, dass bewaffnete Kämpfer aus verschiedenen Stämmen mit Schwertern und Speeren anrücken würden. Trotzdem zögerte er nicht, sich in das Bett des Propheten zu legen – nur damit dem Gesandten Allahs nichts geschieht. Mit diesem mutigen Opfer rettete Hz. Ali das Leben des Propheten und ermöglichte ihm, sicher aus Mekka zu fliehen.
Abdullah ibn Hischam berichtet, dass er einmal miterlebte, wie Umar ibn alKhattab (möge Allah mit ihm zufrieden sein) zum Propheten (Friede sei mit ihm) sagte: „O Gesandter Allahs, du bist mir lieber als alles – außer mir selbst.“Darauf antwortete der Prophet (Friede sei mit ihm): „Nein, Umar! Bei dem, in dessen Hand mein Leben ist: Du kannst erst dann wirklich glauben, wenn ich dir sogar lieber bin dein selbst.“Da sagte Umar (ra): „Bei Allah – jetzt bist du mir sogar lieber als mein eigenes Leben!“Der Prophet erwiderte: „Jetzt, Umar, ist dein Glaube vollkommen geworden.“
Nach der Schlacht von Uhud rief der Prophet (Friede sei mit ihm) seine Gefährten auf, dem Feind weiter zu folgen. Zwei schwer verletzte Sahaba wollten seiner Einladung unbedingt folgen – obwohl einer kaum gehen konnte und der andere ebenfalls verletzt war. Sie stützten sich gegenseitig und schleppten sich bis nach Hamrâ’ulEsed, nur um dem Ruf des Propheten zu folgen.
Sie liebten den Propheten so sehr, dass nach seinem Tod nichts auf der Welt für sie noch Bedeutung hatte. Als Abdullah ibn Zaid (möge Allah mit ihm zufrieden sein) vom Tod des Propheten (Friede sei mit ihm) erfuhr, sagte er: „O mein Herr, mach meine Augen blind! Nach meinem geliebten Propheten will ich auf dieser Welt nichts mehr sehen!“Sein Gebet wurde erhört – und er erblindete tatsächlich. Als Menschen kamen, um ihn zu trösten, sagte er zu ihnen: „Ich hatte diese Augen nur dafür, um den Gesandten Allahs zu sehen. Was bringt es mir, selbst wenn ich die schönsten Augen der Welt hätte – wenn ich ihn nicht mehr anschauen kann?“
Sevbân (möge Allah mit ihm zufrieden sein) ist das beste Beispiel dafür. Er hatte nichts von dieser Welt. Was ihn am meisten traurig machte, war die Sorge: „Werde ich im Jenseits wirklich mit dem Gesandten Allahs zusammen sein können?“
Eines Tages sah der Prophet (Friede sei mit ihm) Sevbân sehr bedrückt und blass. Er fragte ihn nach dem Grund seiner Traurigkeit. Sevbân sagte: „O Gesandter Allahs! Ich erlebe gerade so viel Freude, dass ich nach Hause gehe und sehnsüchtig bin. Ich habe Angst, diese Freude wieder zu verlieren. Ihr werdet im Jenseits bei den Propheten sein, aber ich weiß nicht, wohin ich kommen werde!“
Der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte zu Sevban und den anderen, die ihn liebten:
„Der Mensch ist bei dem, den er liebt.“

Die Liebe Abu Bakrs zu unserem Propheten

Der Gesandte Allahs und seine Gefährten saßen zusammen. Zu dieser Zeit waren sie 38 Personen. Abu Bakr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) stand auf und hielt eine Rede, in der er die Menschen zu Allah und seinem Gesandten rief. Daraufhin begannen die Götzendiener, Abu Bakr und die anderen Muslime anzugreifen. Sie schlugen besonders heftig auf diejenigen ein, die sich um die Moschee versammelt hatten, vor allem auf Abu Bakr.
Ukbe ibn Rabia kam auf Abu Bakr zu und begann mit seinen mit Nägeln besetzten Schuhen auf dessen Gesicht einzuschlagen und es zu zertrümmern. Solange, bis Abu Bakrs Gesicht völlig unkenntlich war, trat er auf seinem Bauch herum. Die Leute vom Stamm Taym kamen hinzu, vertrieben die Götzendiener und nahmen Abu Bakr weg. Sie hielten ihn für tot, packten ihn in einen Sack und brachten ihn zu seinem Haus. Abu Bakr erholte sich lange Zeit nicht. Sein Vater und die TaymLeute bemühten sich, ihn wieder zu zu sich kommen zu lassen. Erst gegen Abend wurde er wieder wach. Kaum hatte er die Augen geöffnet, fragte er mit schwacher Stimme:
„Wie geht es dem Gesandten Allahs? Wie steht es um ihn? Haben sie auch ihn beleidigt und verletzt?“
Man antwortete: „Er lebt, es geht ihm gut.“
Da sagte Abu Bakr: „Bei Allah, solange ich den Gesandten Allahs nicht selbst gesehen habe, werde ich weder essen noch trinken!“Seine Mutter sagte: „Warte jetzt ein wenig, bis alle eingeschlafen sind.“
Als alle schliefen und es still wurde, stützte sich Abu Bakr auf seine Mutter und schlich langsam zum Propheten. Er umarmte und küsste ihn und begrüßte auch seine muslimischen Geschwister. Dieser Zustand von Abu Bakr machte den Propheten sehr traurig. Abu Bakr sagte: „O Gesandter Allahs! Mein Vater und meine Mutter seien dir geopfert! Diese Frau hier neben mir ist meine Mutter Selma, die mich zur Welt gebracht hat. Ich bitte dich, für sie zu beten. Hoffentlich bewahrt Allah sie durch deine Fürsprache vor der Hölle.“Daraufhin betete der Prophet für Selma zu Allah. Das Gebet des Gesandten wurde erhört. Seine Mutter fand den rechten Weg und akzeptierte den Islam. So wurde sie eine der ersten Muslime.

Die Heldentat Talha bin Ubeydullahs

Es war der heikelste und furchtbarste Moment des Kampfes. Die Muslime stiegen die Hügel hinauf, um sich vor den Angriffen der Heiden von vorne und hinten zu retten. Rund um den Propheten (Friede sei mit ihm) waren nur noch etwa fünfzehn mutige Kämpfer übrig geblieben. Diese standen gemeinsam mit dem Propheten tapfer und geduldig im Kampf gegen die Gegner.
Einer von ihnen war Talha ibn Ubaidullah. Während die Heiden den Propheten von allen Seiten umzingelten, drehte sich Talha hin und her und versuchte mit seinem Schwert, die Angreifer fernzuhalten. Plötzlich zielte Malik ibn Zübeyr, einer der besten Schützen der Heiden, mit seinem Pfeil direkt auf den Propheten. Talha bemerkte sofort, dass der Pfeil den Gesandten Allahs treffen würde. Um ihn zu schützen, hielt er seine Hand entgegen. Der Pfeil traf seine Hand und durchbohrte sie – seine Hand wurde dadurch schwer verletzt und unbrauchbar. Der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:
„Wer einen Menschen sehen möchte, der ins Paradies eingehen wird, soll Talha ibn Ubaidullah ansehen.“
Talha setzte seinen Körper schützend zwischen den Propheten und die Schwerthiebe und Pfeile der Gegner. Dabei wurde eine seiner Hauptarterien am Kopf oder Körper verletzt, und sein ganzer Körper war voller Wunden. Durch den starken Blutverlust wurde er ohnmächtig und fiel zu Boden. In diesem Moment kam Abu Bakr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) zum Propheten. Der Gesandte Allahs sagte zu ihm: „Kümmere dich um deinen Cousin.“
Abu Bakr goss ihm Wasser ins Gesicht, und Talha kam wieder zu sich. Schmerz und Leiden waren ihm egal – er dachte nicht an sich selbst. Ihn beschäftigte nur der Zustand dessen, für den er so viel geopfert hatte. Er fragte Abu Bakr, der neben ihm stand: „Wie geht es dem Propheten?“Abu Bakr antwortete: „Er ist wohlauf. Er hat mich zu dir geschickt.“Da sagte dieser mutige und selbstlose Gefährte: „Dank sei Allah! Solange der Prophet lebt, sind jegliche Schwierigkeiten ein Nichts!“
Wegen seiner großen Tapferkeit und Hingabe im Kampf für die Verbreitung des Wortes Allahs wurde Talha vom Propheten als „TalhatulHayr“– „Talha der Gute“– genannt. Als Talha von der Schlacht von Uhud zurückkehrte, zählte man an seinem Körper insgesamt fünfundsiebzig Wunden. Sein Kopf war an vier Stellen zerschnitten, seine Oberschenkelarterie war vollständig durchtrennt und seine Hand war gelähmt.

Sumeyras überwältigende Liebe zum Gesandten Allahs

Sümeyras Ehemann, ihre zwei Söhne, ihr Bruder und ihr Vater waren in der Schlacht von Uhud als Märtyrer gefallen. Als man ihr davon berichtete, fragte Sümeyra sofort: „Wie geht es dem Gesandten Allahs? Was macht er?“Man antwortete ihr: „Gott sei Dank, der Gesandte Allahs ist wohlauf.“Sümeyra sagte: „Zeigt ihn mir, ich möchte ihn sehen.“Als sie den Propheten sah, sagte sie: „Solange du lebst, kann uns kein Unglück wirklich treffen!“
Nun bedenkt nochmal, was sie verloren hatte: Sohn, Ehemann, Bruder und Vater – was kann im Leben für einen Menschen wertvoller sein als das? Für Sümeyra war die Antwort klar: Der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm).
Sahabe

Geri Bildirim

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