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55. Womit junge Menschen am meisten Geduld haben sollten?


Geduld gegenüber dem Verbotenen (Haram)
Der Gesandte Gottes (Friede und Segen seien auf ihm) sagte:
„Mit Ausnahme der folgenden drei Augen, werden am Tag des Jüngsten Gerichts alle Augen weinen:
Das Auge, das sich vom Anblick des vom Gott Verbotenen fernhält.
Das Auge, das für den Weg Gottes wach bleibt.
Das Auge, das aus Furcht vom Gott auch nur so groß wie ein Staubkorn Tränen vergießt.“

Der kritische Punkt: Sehen

Der Blick auf Verbotenes ist eine Einladung zur Unzucht (Zina). Sobald das Auge auf etwas Verbotenes fällt, wird der Wille kraftlos und der Verstand wird zu einem Diener der Begierden. Das Verlangen wird nicht enden, bis es seinen Weg zur Unzucht vollendet hat, und es wird immer mehr verlangen. In der Sure al-Isrā heißt es: „Kommt der Unzucht nicht nahe!“Dabei wird nicht nur vor der Tat selbst gewarnt, sondern vor allem vor dem Annähern daran. Der erste Schritt dieses Annäherns ist das Sehen. Wird dieser Punkt überschritten, setzt die Reise zur Unzucht fort. Satan, der durch die Adern fließt wie das Blut, wird nicht zögern, diesen Moment zu nutzen, um die Person zur Begierde zu treiben. Sobald man beginnt zu sehen, gibt es keinen Rückweg. Daher besteht immer die Gefahr, dass diejenigen, die diesen ersten Schritt tun, der Unzucht verfallen.

Wissenswertes, um dem Verbotenen nicht nachzusehen

Der Blick auf Verbotenes verdunkelt das Herz. Der verbotene Blick, einer der vergifteten Pfeile Satans, macht uns zu seinem Ziel. Imam Rabbani sagte: „Verbotene Dinge sind wie mit Gold überzogene Unreinheiten.“Außen schön, innen schrecklich. Diese Vorstellung sollte uns davon abhalten, auf Verbotenes zu blicken.
Um nicht verflucht zu werden, sollten wir den hadith in Erinnerung behalten: „Gott verfluche denjenigen, der seine Blöße entblößt und denjenigen, der darauf sieht.“
Ein weiterer Hadith besagt: „Gott wird denjenigen, der sich aus Furcht vor Seiner Strafe vom Anblick einer fremden Frau abwendet, die Süße der Anbetung spüren lassen.“
Der Hadith „Dem, der eine Frau mit Begierde betrachtet, werden flüssiges Blei in die Augen gegossen und er wird in die Hölle geworfen“, sollte uns vor der Strafe Gottes warnen.
Wir sollten bedenken, dass die Frauen, die wir ansehen, auch Mütter, Schwestern, Töchter oder Ehefrauen sind, und wir sollten nicht für andere wollen, was wir für uns selbst nicht wollen.
Es erfordert Geduld, die Augen vor Verbotenem zu bewahren.

Zu diesem Thema sagt Fethullah Gülen:

„Der Mensch sollte dem Verbotenen mit Geduld begegnen. Widersteht man der Sünde im ersten Moment, in dem sie auftritt, bricht man den Bann und überwindet den Schock. Aus diesem Grund sagte der Gesandte Gottes zu Ali: „Der erste Blick gehört dir, der zweite geht gegen dich.“Das bedeutet, dass das Auge eines Menschen zufällig auf etwas Verbotenes fallen kann. Wendet er dann sofort den Blick ab, wird es ihm nicht als Sünde angerechnet. Tatsächlich könnte er sogar belohnt werden, weil er sich vom Verbotenem fernhält. Der zweite und alle weiteren Blicke jedoch dringen wie vergiftete Pfeile in das Herz und die Seele ein und verwirren den Verstand. Jeder verbotene Blick bereitet den Weg zur Sünde und lädt zu weiteren Sünden ein. So beginnt der Mensch eine Reise in die Sünde, von der es kein Zurück mehr gibt. Deshalb empfiehlt uns der Gesandte Gottes, Geduld zu haben und die Augen vor Verbotenem zu verschließen.“
Epiktet sagte: „Wenn böse Träume dich in deinen Gedanken fangen, versuche sofort, dich zu entfernen, bevor du an einen Ort gebracht wirst, von dem es kein Zurück mehr gibt.“Sein Ausdruck ist voller Inspiration. Hätte er nach dem Gesandten Gottes gelebt, könnten wir sagen, dass er seine Inspiration von ihm erhielt.
„Der Mensch entwickelt im Laufe der Zeit eine Gewohnheit, sich vom Verbotenen fernzuhalten. Der Glaube, der durch seine geistigen Übungen in seinem Herzen verankert ist, wird zur Barriere gegenüber den Funken der Hölle, die durch die Sünden entfacht werden. Der Mensch erlangt dadurch die Fähigkeit, den Blick vom Verbotenen zu bewahren, und es wird zu einem natürlichen Verhalten. Wenn ihm etwas anderes in den Sinn kommt, wird er sofort seine Gedanken auf den Glauben und die Liebe zum Gott richten und sich von allem fernhalten, was ihn von dieser spirituellen Atmosphäre entfernt. Ein Mensch in diesem Zustand ist kaum in der Lage, willentlich in Sünden zu fallen.“

Geri Bildirim

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